Kinder- und Jugendschutz für NRW

ausgepackter Koffer voller aler Mediengeräte

Medienkoffer – Einstieg in die Welt der Medien

Von Matthias Felling

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Ein Koffer voller Medien! Bringen sie die Welt der Medien einfach mit, um mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Im Koffer sind alte Medien und Geräte, die jeweils für einen Bereich der heutigen Medienlandschaft stehen.

Im Gespräch kann sowohl auf die Geschichte der Medien eingegangen werden wie auch auf die heutige  Mediennutzung der Heranwachsenden.

Zielgruppe:

  • Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schule
  • Der Einsatz des Koffers ist in allen Altersgruppen möglich (auch mit Erwachsenen).  Die Erklärungen und Gespräche müssen dann jeweils angepasst werden.
  • Kleingruppe oder ganze Klasse (je größer die Gruppe, desto weniger offener Austausch über Medien ist möglich

Dauer:

  • 20 bis 45 Minuten

Material:

  • Medienkoffer: Alter Koffer gefüllt mit Medien und Geräten
  • Inhalt: Fotokamera, Super 8-Kamera, Fernseher, Fotos & Postkarten, Adressenbox, VHS-Kassette, Walkman, 56K-Modem, Computer C64, Radio,  Mikrofon, Spielkonsole & Joystick, Handy, Diskette, Buch, Zeitung, Zeitschrift, Landkarte, Kalender, Taschenrechner, Uhr, Kabel
    Wer keinen Koffer und auch nicht alle Geräte zur Verfügung hat, kann auch mit Bildern von Geräten arbeiten. (DOWNLOAD)

Ziele:

  • Bandbreite der Medienwelt (und ihrer Geschichte) kennen lernen
  • Erste Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken der verschiedenen Medienbereiche anregen
  • Austausch über eigene Mediennutzung

Ablauf:

In Stuhlkreis setzen und Koffer in die Mitte stellen. „Ich hab euch heute die ganze Welt der Medien mitgebracht – die ist hier im Koffer. Und den pack ich jetzt mal aus! Einige der Geräte kennt ihr vielleicht nicht, weil sie schon ganz schön alt sind. Vielleicht haben eure Eltern die noch zuhause.“

Koffer wird Stück für Stück ausgepackt. Bei jedem Teil können Kinder und Jugendliche gefragt werden, ob sie es kennen. Dann gibt es Raum für Erklärungen und Fragen.

Mögliche Stichpunkte und Leitfragen:

  • Fotokamera: In Kameras war früher immer ein Film. / Kennt ihr solche Kameras? / Wer hat schon selbst fotografiert? / Darf man Bilder von anderen Leuten einfach veröffentlichen?
  • Super 8-Kamera: Auch hier war ein Film drin. / Filme bestehen aus vielen Einzelbildern. / Wer war schon im Kino? / Wer hat schon eigene Filme gedreht?
  • Fernseher: Sind heute ganz schön groß und flach. / Wann schaut ihr fern und mit wem? / Was schaut ihr im Fernsehen an?
  • Fotos & Postkarten: Fotos gab es früher nur auf Papier. / Briefe und Postkarten wurden per Hand geschrieben.
  • Adressenbox: Kontakte zu Familie und Freunden sind heute meist digital gespeichert – im Handy oder auf dem Computer.
  • VHS-Kassette: Filme waren auf Band gespeichert. / Habt ihr gespeicherte Filme zuhause? / Was schaut ihr gerne an?
  • Walkman: Erste Möglichkeit, unterwegs Musik zu hören. / Fragt mal eure Eltern, ob sie so ein Gerät hatten. / Heute gibt es MP3-Player. / Wer hat so ein Gerät schon einmal benutzt?
  • 56K-Modem: Damit ging man früher ins Internet – mit komischen Geräuschen. / Internet war sehr langsam. / Heute gibt es schnelles Netz. / Wer war schon im Netz? / Was habt ihr dort gemacht?
  • Computer C64: Der erste erfolgreiche Computer für die private Nutzung. / Wer hat einen Computer zuhause? / Wie sieht der aus? (PC, Laptop, Tablet) / Was macht ihr am Computer?
  • Radio: Gibt es fast in jedem Haushalt? / Wann hört ihr was im Radio? / Kennt ihr Sendungen für Kinder?
  • Mikrofon: Eigene Tonaufnahmen machen wird immer einfacher. / Wer hat schon etwas aufgenommen?
  • Spielkonsole & Joystick: Erste Spielkonsolen hatten einen Steckplatz für Spiele. / Heute gibt es viele Möglichkeiten, auch unterwegs zu spielen. / Welche Geräte kennt ihr und was spielt ihr gerne?
  • Handy: Die ersten Handys waren riesige Knochen. / Handys gibt es noch gar nicht so lang (Boom seit 1990er-Jahren). / Davor hatten Telefone immer ein Kabel. / Wer hat schon ein eigenes Handy? / Was macht ihr damit?
  • Diskette: Darauf waren früher Daten gespeichert. / Heute kennen es viele nur als Speichersymbol auf dem Computer.
  • Buch: Das älteste Medium im Koffer. / Wer liest gerne? / Was lest ihr?
  • Zeitung: Kommt täglich auf Papier. / Heute kann sie auch am Computer gelesen werden. / Bei wem zuhause wird Zeitung gelesen. / Lest ihr selbst auch?
  • Zeitschrift: Kommt nicht täglich. / Viele verschiedene Formate für alle Interessen.
  • Landkarte: Warum ist das denn ein Medium? / In Handys und immer mehr Geräten stecken heute GPS-Chips. / Dadurch weiß das Gerät, wo man sich gerade aufhält. / Wer kann denn eine Karte lesen?
  • Kalender: Termine werden immer häufiger über den Computer und das Handy organisiert.
  • Taschenrechner: Ein Beispiel für viele kleine hilfreiche Anwendungen, die im Handy stecken (Taschenlampe, Wasserwaage, …).
  • Uhr: Immer weniger Leute tragen eine Armbanduhr, denn sie haben immer eine Uhr mit dem Handy dabei.
  • Kabel: Daten können von Gerät zu Gerät und ins Internet übertragen werden. / Die Medien verschmelzen immer mehr (Konvergenz).

Wenn es Raum gibt (bei kleinerer Gruppengröße und hohem Konzentrationsgrad der Teilnehmer/-innen), kann über die einzelnen Medienbereiche intensiver gesprochen werden. Zum Feld der Medien fällt Kindern und Jugendlichen meist viel ein, sie erzählen gern Geschichten aus der Familie oder über die eigene Mediennutzung.

Tipps:

Wer sich einen Medienkoffer zusammenstellen möchte, wird häufig im Freundeskreis (die Keller sind voll von liebgewonnen Altgeräten) oder auf dem Flohmarkt fündig.

Fotos Medienkoffer:

Download Bildersammlung für einen Medienkoffer (15 MB). Fotos: Matthias Felling, AJS.
Die Bilder können ausgedruckt und bei Bedarf laminiert werden. Aus dem Medienkoffer wird dann eine Medienmappe.

 

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