Kinder- und Jugendschutz für NRW

Arbeitsblätter Werbung

Die wollen nur mein Geld
Vom Umgang mit Werbung

von Matthias Felling

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Kinder und Jugendliche setzen sich kritisch mit dem Thema Werbung auseinander. Sie lernen, Werbung im Fernsehen, in Zeitungen und auf Plakaten zu erkennen und auch die Absicht von Werbung zu verstehen.

Zielgruppe:

■ Grundschule

Dauer:

■ zwei bis drei Blöcke mit jeweils zwei Zeitstunden

Material:

■ Alte Zeitungen und Zeitschriften
■ Arbeitsblatt „Fernseher mit Senderlogo“
■ Arbeitsblatt „Fernseher ohne Senderlogo“
■ Verpackungen von Kinderprodukten
■ Arbeitsblatt „Mein Produkt“

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Ziele:

■ Werbung und Werbeabsichten erkennen
■ Eigenes Konsumverhalten hinterfragen

Ablauf:

In Stuhlkreis setzen.
→ Einstieg ins Thema. („Jeder von euch hat sicher schon einmal Werbung gesehen. Obwohl es manchmal gar nicht so leicht zu erkennen ist, was Werbung ist und was nicht. Deshalb wollen wir Werbeexperten werden. Denn Experten erkennen Werbung und wissen auch, was die Werbung von
uns will!“.)
Kinder bekommen in Zweier- oder Dreier-Gruppe Zeitschriften und sollen darin nach→ Werbung suchen und diese ausschneiden. Zudem sollen sie überlegen, was die Werbung will (ein Produkt kaufen, zu einer Veranstaltung gehen, …). Die Gruppen stellen dann der Klasse ihre Werbung und deren Absicht vor. Wieder im Plenum. Frage an die Gruppe: „Woran kann man im Fernsehen erkennen, ob gerade Werbung läuft?“ Antwort: „Das Senderlogo ist weg.“ (Dadurch machen die Sender den Unterschied zwischen redaktionellem Programm und kommerzieller Werbung deutlich. Zudem gibt es vor der Werbung ein optisches und akustisches Signal.)
Die Kinder bekommen nun die zwei Arbeitsblätter „Fernseher mit Senderlogo“ und „Fernseher ohne Senderlogo“. Auf jedem ist ein Fernseherzu sehen, bei einem ist ein Senderlogo in der Ecke – beim anderen nicht. Sie sollen nun einmal ihre Lieblingssendung im TV zeichnen (beim Bild mit Logo) und einmal eine Werbung malen (oder die ausgeschnittene Werbung einkleben / beim Bild ohne Logo). Ergebnisse können vorgestellt und/ oder aufgehängt werden. Als kleine „Hausaufgabe“ sollen Kinder bei sich zu Hause nach Produkten suchen, auf denen Medienhelden zu finden sind und die → Verpackungen mitbringen. Im Plenum kann die Frage gestellt werden, warum die beliebten Figuren auf den Verpackungen zu finden sind.

Beispiel: „Schmecken Cornflakes denn besser, wenn dort eine Medienfigur abgebildet ist? Würdet ihr mehr Geld ausgeben für das gleiche Produkt, wenn euch die Verpackung besser gefällt? Was verspricht uns die Verpackung?“

→ Aus den mitgebrachten Verpackungen können die Kinder eine Collage basteln zur bunten Werbewelt. Darauf können sie auch Botschaften bzw. Slogans schreiben (z. B. „Die wollen unser Geld“ / „Schöne Verpackung heißt nicht leckeres Produkt“).

Nachdem die Kinder schon kleine Werbeexperten geworden sind, können sie eine Werbung erstellen für ein eigenes Produkt. Dafür bekommt jedes Kind das Arbeitsblatt „Mein Produkt“. Die Kinder sollen sich zunächst ein eigenes Produkt ausdenken.

Dies kann alles Mögliche sein: eine ganz neue Erfindung, ein bekanntes Produkt mit einer neuen Geschmacksnote oder ein Produkt mit einem Medienhelden (z. B. „Biene-Maja-Honig“). Für dieses Produkt sollen die Kinder eine eigene Werbung entwerfen und diese malen.

Tipps:

Die Bausteine dieses Moduls können auch einzeln oder in anderer Reihenfolge durchgeführt werden. Weitere Ansätze zur Auseinandersetzung mit dem Thema Werbung:

■ Fotospaziergang durch das Viertel mit der Aufgabe, Werbung zu fotografieren. Bilder können dann gemeinsam ausgewertet werden
■ falsche Werbeversprechen (z. B. eine Möhre in der Smarties-Packung) Im Gespräch mit den Kindern können auch grundsätzliche Gestaltungselemente von Werbung besprochen werden (Schrift, Farben, Bilder, …). Dafür ist es hilfreich, sich mit den Grundlagen von Werbung zu beschäftigen.

Links / Literatur:

Das Modul ist angelehnt an:

■ „Pixel, Zoom und Mikrofon. Medienbildung in der Kita“ von Sabine Eder, Christiane Orywal und Susanne Roboom und
■ an den Methodenkoffer „Kinder und Werbung. Bausteine für den Kindergarten“, die von den Landesmedienanstalten aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz herausgegeben wurden. Hintergründe zum Thema Werbung und Arbeitsmaterialien finden sich u. a. hier:

www.internet-abc.de
www.clixmix.de
www.mediasmart.de
www.lfm-nrw.de/publikationen(Broschüren „Mediennutzerschutz“ und „Mit Medien leben: gewusst wie! TV“)

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Drei Arbeitsblätter als PDF

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