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Gewalt / Sexualisierte Gewalt/ 26.01.2016

Karneval 2016: Jeck feiern – Grenzen respektieren!

Die Gewalttaten an Silvester haben viele Kinder, Jugendliche und deren Eltern verunsichert. Große Festivitäten mit vielen Menschen, wie der anstehende Straßenkarneval, werden mit Sorge betrachtet. Vielen Eltern fällt es schwer, ihre Kinder – insbesondere ihre Töchter – ohne Einschränkungen feiern zu lassen. Die AJS hat Tipps zusammengestellt, damit Jugendliche sich im Feiertrubel sicherer fühlen. Mehr …

Narrenkappe im Karneval

Die Schülerin wird zur Superfrau, der Vorstandschef zum verkleideten Schlumpf – in der fünften Jahreszeit verschwimmen gesellschaftliche Unterschiede. Die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW (AJS) ruft dazu auf, jeck, bunt, friedlich und fröhlich miteinander zu feiern. Ein jeder kann dazu seinen Beitrag leisten. Es gilt insbesondere, die Würde aller Mitfeiernden zu achten und ihre Grenzen zu respektieren.

Ein Nein ist ein Nein. Egal wie eng die Menschenmenge, egal wie ausgelassen die Stimmung, egal welche Kleidung getragen wird. Das gilt für alle und immer. Für Grenzüberschreitungen gibt es keine Entschuldigung.

Für Sicherheit im öffentlichen Raum zu sorgen und Maßnahmen der Gefahrenabwehr zu treffen, ist in erster Linie Aufgabe der Polizei. Die Polizei verfolgt wie in jedem Jahr ein auf Karneval abgestimmtes Sicherheitskonzept. Gleichzeitig können wir alle den Trubel für Kinder und Jugendliche sicherer machen, in dem wir hinschauen, unterstützen und eingreifen, wenn es zu grenzüberschreitendem Verhalten kommt.

Im Karneval können unterschiedliche Ausprägungen von Gewalt vorkommen. Darunter fallen Beschimpfungen, Schlägereien, Raub genauso wie aufdringliches Verhalten, Belästigung und Sexualstraftaten. Die Schuld an solchen Übergriffen tragen immer die Täter/-innen. Betroffene dürfen dafür nicht in die Verantwortung genommen werden. Das gilt auch und insbesondere für die Betroffenen der Gewalttaten in der Silvesternacht.

Für den Umgang mit Gewalt gibt es kein Patentrezept und schon gar nicht einen allumfassenden Schutz. Damit Jugendliche sich im anstehenden Feiertrubel dennoch sicherer fühlen, hat die AJS ein paar Tipps zusammengestellt.

Tipps für Jugendliche
  • Überlege, wohin du gehen willst. Plane den Hin- und Rückweg, sprich dich vorher mit den Mitfeiernden ab. Mögliche Gefahrensituationen und den Umgang damit durchzusprechen kann Handlungssicherheit fördern.

 

  • Kläre vorab die Bus- und Bahnverbindungen. Steige in den öffentlichen Verkehrsmitteln vorne ein, um dir gegebenenfalls Hilfe beim Personal zu holen. Nimm ausreichend Geld für ein Taxi mit.

 

  • Vereinbare mit deinen Freundinnen und Freunden konkret, wie ihr aufeinander aufpasst. Bleibt zusammen, lasst niemanden allein zurück.

 

  • Achte auf dein Bauchgefühl. Meist trügt das Gefühl nicht, wenn dir etwas bedrohlich vorkommt. Vermeide die Konfrontation und versuche, die Situation direkt zu verlassen.

 

  • Sei sensibel im Umgang mit Alkohol und Alkoholisierten. Alkohol kann deine Wahrnehmung verändern, die Einschätzung von Gefahren und Deine Handlungsfähigkeit einschränken. Die Hemmschwelle zu grenzüberschreitendem Verhalten ist bei alkoholisierten Personen stark herabgesetzt.

 

  • Hole dir frühzeitig Hilfe. Sprich in der Nähe stehende Menschen konkret an, und sage ihnen, welche Hilfe du erwartest. Zum Beispiel: „Sie mit der roten Jacke, rufen Sie die Polizei!“ Zuflucht suchen kannst Du auch in einem Geschäft, an einer Tankstelle, in einer Gaststätte. Wenn möglich, klingele an der nächstgelegenen Haustür.

 

  • Ob du mit Worten belästigt oder körperlich bedrängt wirst: Schaffe Öffentlichkeit, indem du laut wirst. Benutze kurze Sätze und verwende immer die „Sie“-Form – „Lassen Sie mich in Ruhe!“ –, damit Außenstehende merken, dass du den anderen nicht kennst und diese dir zur Hilfe kommen.

 

  • Vermeide es, Pfefferspray oder illegale Waffen bei dir zu tragen. Diese können dir schnell entwendet und gegen dich verwendet werden. Für Außenstehende ist nicht ersichtlich, wer Täter/-in oder Hilfesuchende/-r ist. Sinnvoller wäre etwa, einen Schrillalarm (kleiner Schlüsselanhänger, der bei Bedienung einen lauten, schrillen Ton auslöst) einzusetzen, der Öffentlichkeit schafft und dein Gegenüber irritiert, so dass du Zeit gewinnst, um aus der Situation herauszukommen.

 

  • Wähle den kostenlosen Polizei-Notruf 110, wenn du beobachtest, dass deine Mitfeiernden oder andere Personen in einer gefährlichen Situation sind.

 

Interview zum Thema

AJS-Mitarbeiter Matthias Felling im Gespräch mit Dimitria Bouzikou zum Thema Gewaltprävention im Karneval

 

Kontakt für Presseanfragen:

Dimitria Bouzikou
Fachreferentin
Tel: 0221.92 13 92-21
dimitria.bouzikou@mail.ajs.nrw.de

Susanne Philipp
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0221.92 13 92-14
susanne.philipp@mail.ajs.nrw.de

 

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Foto: Daniel Civello / Bestimmte Rechte vorbehalten

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